Mobbing, Ausgrenzung und undemokratische Verhältnisse an der Gemeinschaftsschule „Grüner Campus Malchow“

E-Mail und Brief an Herrn Wüstenberg von der Schulaufsicht Berlin Lichtenberg
Berlin, 30. April 2016 (per Brief) bzw. 02. Mai 2016 (per E-Mail)


Sehr geehrter Herr Wüstenberg,Schulaufsicht Berlin Lichtenberg Mobbing

mit meiner heutigen Nachricht möchte ich mich nochmals an Sie wenden, um Sie über den weiteren Verlauf der Mobbing- und Ausgrenzungskampagne gegen unseren Sohn an der Gemeinschaftsschule “Grüner Campus Malchow” in Kenntnis zu setzen.

In meiner Mail vom 15. März 2016 (s.u.) hatte ich Sie über die akute und bedrohliche Situation informiert und Sie um Ihre Hilfe gebeten. Leider habe ich von Ihnen bisher keine Antwort erhalten und es ist auch nicht ersichtlich, in welcher Form Sie in diesem Fall tätig geworden sind. Das von mir vorgeschlagene Schlichtungsgespräch zur NPD-Werbemail des Schulleiters vom 27. Februar 2016 fand am 17. März 2016 zwar statt, führte aber auf der Ebene der Erwachsenen nicht zu einer Deeskalation, sondern fachte den Konflikt durch die Äußerungen des Schulleiters und des eingesetzten Psychologen erst richtig an (s. Schlichtungsgespräch am Grünen Campus Malchow vom 17.03.2016, s.a. meine E-Mail an Sie vom 15.03.2016).

Herr Barthl nutzte bereits die zuvor tagende Gesamtelternvertretungsversammlung, um sein Verhalten nicht nur zu rechtfertigen, sondern auch zu begründen, weshalb er sich für die Weiterleitung von Werbematerialien der NPD, nicht zu entschuldigen braucht. Die hervorgebrachten Argumente des Schulleiters und seiner Mitarbeiter, habe ich ausführlich dokumentiert und ich möchte Sie bitten, die Unterlagen zur Kenntnis zu nehmen, da Sie zeigen, dass der Schulleiter T. Barthl beim Lehrpersonal als auch bei den Eltern gegen mich Front gemacht hat und es auch nicht unterlassen hat, die Tatsachen zu verfälschen, um seinen Argumenten Glaubwürdigkeit zu schenken (Stellungnahme zur GEV vom 10. März 2016).

Derzeit warten die ElternvertreterInnen seit Wochen auf ein Protokoll der GEV-Versammlung vom 10. März 2016, das von der Vorsitzenden, Frau Zimmer, beharrlich zurückgehalten wird, vermutlich weil es transparent macht, wie die Schulleitung, das Lehrpersonal und die Eltern der Gemeinschaftsschule “Grüner Campus Malchow” gegen Kritiker vorgehen. Einen kleinen Teil dieser Versammlung habe ich in der Stellungnahme zur GEV vom 10. März 2016 bereits veröffentlicht und auch in meinem Schreiben an die GEV-Vorsitzende zur Protokollfälschung auf diverse unsachliche und diskriminierende Wortmeldungen hingewiesen (Verdacht auf Protokollfälschung der GEV-Versammlung vom 10. März 2016).

Mein Sohn konnte glücklicherweise durch das Engagement von Herrn Linne von der Beschwerdestelle beim Senat von Berlin unmittelbar vor diesen Auseinandersetzungen und dem auf ihn ausgeübten Druck geschützt werden und er fand vorübergehend eine neue schulische Heimat in der “Gustave-Eiffel-Schule” in Prenzlauer Berg, wo er sich von Anfang an sehr wohl gefühlt hat. Mittlerweile ist unser Sohn allerdings zum “(…) Gymnasium” gewechselt.

Uns ist bisher vollkommen unklar, wie es zu einer derartigen Entwicklung kommen konnte, die unseren Sohn zu einem Opfer von Mobbing und Ausgrenzung gemacht hat. Es war für uns undenkbar, dass ein Schulleiter vor den Augen der Schulaufsicht, der Schulleitung und des Lehrpersonals Gewalt duldet und bagatellisiert und dabei die Eskalation in Kauf nimmt, die dazu geführt hat, dass ein 12-jähriger die Schule aufgrund von Mobbing und Ausgrenzungen verlassen muss! Und dies nur, weil seine Eltern deutliche Kritik am Fehlverhalten des Schulleiters T. Barthl formuliert hatten und diesen zur Stellungnahme aufforderten!

Wir hoffen sehr, dass dieses Verhalten des Schulleiters der Gemeinschaftsschule “Grüner Campus Malchow” zu Konsequenzen führen wird. Es werden immer mehr Stimmen laut, die von Angst, Mobbing und Gewalt in ihren Klassen sprechen. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen der letzten Monate traut sich aber kaum jemand, über Konflikte und Probleme an dieser Schule öffentlich zu sprechen.

Diese Zustände dürfen nicht länger geduldet und ignoriert werden!

Wir möchten gern erfahren, welche Maßnahmen Sie konkret in unserem Fall ergriffen hatten, um weitere Attacken abzuwenden und welche Konsequenzen die Schulaufsicht Lichtenberg für das forcierte ausgrenzende Verhalten der Schulleitung gezogen hat. Für eine zeitnahe Benachrichtigung wären wir Ihnen sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mantey

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Anlagen als PDF

AW Protestmail Mobbing und Verleumdung
Das Klärungsgespräch vom 17. März 2016
Protestmail Mobbing und Verleumdung
Stellungnahme zur GEV vom 10. März 2016
Verdacht auf Protokollfälschung der GEV-Versammlung vom 10. März 2016
Vorbereitung zur Protokollfälschung der GEV-Versammlung

Anlagen als Link

AW Protestmail Mobbing und Verleumdung
Das Klärungsgespräch vom 17. März 2016
Protestmail Mobbing und Verleumdung
Stellungnahme zur GEV vom 10. März 2016
Verdacht auf Protokollfälschung der GEV-Versammlung vom 10. März 2016
Vorbereitung zur Protokollfälschung der GEV-Versammlung

Das Klärungsgespräch vom 17. März 2016

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am 17. März 2016 um 20.00 Uhr fand in einem Schulgebäude des Grünen Campus Malchow ein Klärungsgespräch statt, das dazu beitragen sollte, die Auseinandersetzungen, die durch die Versendung von Werbematerialien für die NPD durch den Schulleiter entstanden sind, in eine sachliche und inhaltliche Diskussion zu führen.

Nachfolgend dokumentiere ich in kurzen Zügen, wie es zu diesem Gespräch kam und wie es verlief und möchte mir und anderen helfen, die Konflikte, die Entstehung von Mobbing und Ausgrenzung am Grünen Campus Malchow besser zu verstehen und einschätzen zu können.

Einleitung

Die Versendung der NPD-Werbematerialien vom 27. Februar 2016 per E-Mail durch den Schulleiter T. Barthl stieß bei etlichen Eltern auf Irritation und ein Teil entschied sich, ihre Kritik direkt an den Schulleiter zu richten und eine Stellungnahme einzufordern (vgl. persönliche Reaktion auf die NPD-Werbe-E-Mail). Der Schulleiter reagierte auf diese Kritik entweder gar nicht oder mit Drohungen (Einschaltung des Rechtsamtes) und auch in der Presse (Tagesspiegel vom 1. März 2016) wurde weder auf ein Versehen hingewiesen noch plausible Gründe für die Parteienwerbung hervorbracht. Der Hinweis, dass die Intention unmissverständlich darin bestand, Schüler und Flüchtlingskinder davor zu bewahren, in eine Demonstration zu geraten, war offenkundig falsch, denn diese Mail führte nachweislich zu Irritationen. Nicht ohne Grund veröffentlichte der Tagespiegel und auch die TAZ einen Artikel zu diesem Thema (vgl. Im Anhang NPD-BeitrittTAZ vom 2. März 2016).

Für zwei ehemalige Eltern, die diese NPD-Werbemail auch erhielten, schien dieses Verhalten und die Stellungnahme des Schulleiters im Tagesspiegel untragbar zu sein und sie verfassten einen Offenen Brief an den Schulleiter, in dem sie unmissverständlich klar machten, dass die Inhalte (Demonstration der NPD in der Umgebung der Schule) in keinster Weise im Verhältnis zu den Botschaften (NPD-Werbung) stehen und dass die im Tagesspiegel vom Schulleiter angegebenen Gründe für die Versendung von NPD-Werbemateralien offenkundig falsch gewesen sind. Dabei wurden folgende Punkte kritisiert (vgl. Tagesspiegel vom 1. März 2016):

  1. Der NPD-Werbe-Flyer enthielt keine zusätzlichen und notwendigen Informationen.
  2. Die Demonstration befand sich nicht, wie angegeben, im näheren Umfeld der Schule.
  3. Schüler und Hortkinder konnten nicht in Gefahr kommen, da der Späthort bereits um 18.00 Uhr schließt.
  4. Flüchtlingskinder besuchen nicht den Späthort.
  5. Der genaue Verlauf der Demonstration ging nicht aus dem NPD-Flugblatt hervor, vielmehr fanden sich auf dem beigefügten Flyer die aktuellen Kontaktdaten der örtlichen NPD-Bezirkszentrale mit Facebook-Adresse, Handy-Nummer und E-Mail-Adresse der Verantwortlichen der NPD-Berlin-Lichtenberg.

Ferner wurde der Schulleiter aufgefordert, Verantwortung für sein Verhalten zu übernehmen.

Dieser Offene Brief, der auch an Elternvertreter, Lehrer und die erweiterte Schulleitung gesendet wurde, veranlasste einige der Empfänger und weitere Personen dazu, eine pauschale Ehrenerklärung für den Schulleiter abzugegeben, die weder eine inhaltliche noch eine sachliche Auseinandersetzung mit den Vorwürfen beinhaltete.

Am 3. März 2016 versendeten über 30 Lehrer, der stellvertretende Schulleiter Herr Negraszus, Eltern aus dem Kreis der GEV eine Art Textvorlage an die Verfasser des Offenen Briefes. Die E-Mails hatten in etwa den folgenden Wortlaut:

Sehr geehrte Frau P., sehr geehrter Herr P.,

mit Befremden habe ich Ihren Offenen Brief vom 3.3. zur Kenntnis genommen. Ich halte Ihre Argumentation für unangemessen und Ihre Schlüsse hinsichtlich Herrn Barthls Absichten und Gesinnung für bösartige Unterstellungen. 

U. Negraszus 
Stellvertretender Schulleiter

Diese Reaktion eines Teils der Lehrerschaft und der Schulleitung des Grünen Campus Malchow empfand ich persönlich als vergiftend, vollkommen kontraproduktiv und empörend, denn nicht die Forderung nach Verantwortung war als primär problematisch zu bewerten, sondern vor allem die Weiterleitung von Propagandamaterial der NPD durch einen Schulleiter. Die einseitige Abmahnung entrüsteter ehemaliger Eltern und die absolut uneingeschränkte Solidaritätsbekundung aus der Lehrerschaft, veranlasste mich am 6. März 2016 einen persönlichen Offenen Brief zu veröffentlichen und das Verhalten der Schulleitung und der Lehrerschaft in Frage zu stellen.

Der Konflikt um die NPD-Werbemail nahm, wie sich in der Vergangenheit bereits immer wieder gezeigt hat, den gewohnten Verlauf. Eine Stellungnahme, Auseinandersetzung, Richtigstellung oder Entschuldigung erfolgte nicht und so stehen die aufgetretenen Konflikte, Kritiken und offenen Fragen weiterhin im Raum und warten auf Beantwortung und Klärung.

Einschätzung der Konfliktsituation

Die Auseinandersetzungen zeigten bereits derart negative Auswirkungen, die sich auch auf unseren Sohn ausgewirkten, denn dieser sah sich in der Woche vor den Osterferien etlichen verbalen Attacken durch seine Mitschüler ausgesetzt, die der Schulleiter geduldet, durch sein Schweigen und durch missverständliche Äußerungen sogar befördert hat (vgl. Stellungnahme zur GEV-Versammlung vom 10. März 2016).

Der Schulleiter und die zuständige Lehrerschaft hat wissentlich zugesehen, wie sich diese Kampagne entwickelte und hat nicht die Maßnahmen ergriffen, um das Fehlverhalten der Mitschüler wirksam abzustellen.

In letzter Konsequenz konnten wir unseren Sohn nur dadurch vor den Angriffen seiner Mitschüler schützen, indem wir ihn nicht mehr in die Schule schickten.

Das Klärungsgespräch vom 17. März 2016

Das Klärungsgespräch vom 17. März 2016 sollte eigentlich dazu genutzt werden, die Konflikte und Schwierigkeiten, die sich aus der NPD-Werbemail ergaben, zu erörtern und aus dem Wege zu räumen.

Der Schulleiter nutzte dieses Gespräch aber, um sich über ganz andere Themen auseinanderzusetzen und bezog sich permanent auf Aussagen, die er im letzten Schuljahr getroffen hat (vgl. Gespräch mit der Schulleitung – 10. Juli 2015) und lenkte dadurch vom eigentlichen Thema ab. Zu einer Verständigung zum NPD-Werbemail-Konflikt kam es letztendlich nicht.

In der Antwortmail des Schulleiters (Verständigung und Denkpausen) vom 9. März teilte mir Herr Barthl mit, dass er sich noch weitere Sitzungsmitglieder für die Besprechung wünsche.

Der Schulpsychologe Herr Steininger wurde angeblich* von Herrn Linne von der Beschwerdestelle vorgeschlagen. Herr Barthl schrieb dazu:

"Seitens Herr Linne ist Herr Dr. Steininger vorgeschlagen worden."

* Diese Behauptung wurde am 18.03.2016 von Herrn Linne bereits dementiert. (Telefonat vom 18.3.2016)

Am Donnerstag, den 10. März trafen Herr Barthl, Frau Zimmer und ich uns vor der GEV-Versammlung, um einen festen Termin für das Gespräch zu vereinbaren. Herr Barthl teilte mir nochmals die Personen mit, die er bei dem Gespräch dabei haben wolle.

Ich erwiderte ihm, dass mir das eher wie ein Tribunal erscheine und bat darum, Herrn P., der ja eben auch ein Kritiker der NPD-Werbemailaktion gewesen ist und von der Lehrerschaft die oben erwähnte undifferenzierte Ehrenbekundung für den Schulleiter erhalten hatte, einzuladen.

Herr Barthl sagte mir, dass die Schulaufsicht Herrn P. nicht dabei haben möchte. Diese Äußerung verwunderte mich und ich fragte bei der Beschwerdestelle schriftlich nach. Eine Antwort erhielt ich zwar nicht, aber Herr Barthl griff gleich zu Beginn der Gesprächsrunde dieses Thema auf und teilte mit, dass ich etwas falsch verstanden habe. Er habe gesagt, dass er selbst Herrn P. nicht dabei haben wolle und dies auch sein gutes Recht sei, da Herr P. eine schulfremde Person sei (s.u).

Gesprächsteilnehmer

Name Funktion / Amt
1 Herr T. Barthl Schulleiter der Gemeinschaftsschule Grüner Campus Malchow
2 Herr U. Negraszus stellvertretender Schulleiter
3 Herr Dr. Steininger Schulpsychologe für den Bezirk Lichtenberg
4 Frau N. Peter erweiterte Schulleitung
5 Frau K. Zimmer GEV-Vorsitzende
6 Herr H. Christoph stellvertretender GEV-Vorsitzender
7 Frau J. Jacobs stellvertretende GEV-Vorsitzende
 8 Herr T. Korn Elternvertreter (Name geändert)
9 Herr M. Köhler GEV-Vertreter in der Fachkonferenz WAT
10 Herr J. Fischer GEV-Vertreter in der Teilkonferenz JÜL
11 Herr C. Mantey GEV-Vertreter in der GSV sowie in den Fachkonferenzen WAT und Informatik/ITG

Gesprächsverlauf und Inhalte

Obwohl es gar nicht Inhalt dieses Gespräches sein sollte, stellte der Schulleiter Themen zur Diskussion, die aus einem Gespräch im Juli 2015 erstellten Protokoll hervorgingen.

Diese Themen wurden nun Monate später von Herrn Barthl wieder aufgegriffen und diesmal wurde es ganz anders dargestellt, als es sich tatsächlich zugetragen hat (vgl. Protokoll vom 10. Juli 2015).

Schon bei den ersten Sätzen ist mir klar geworden, dass diese Veranstaltung als ein Beschönigungsevent und Beweihräucherungstheater für den Schulleiter missbraucht werden würde und ich meldete mich zu Wort, um mitzuteilen, dass ich die Runde verlassen werde, wenn in dieser Form weitergemacht wird.

Besprochene Themen (Petition, Ritzen und Mobbing)

Im Verlauf des Gespräches wurden einzelne Punkte aufgegriffen, die bereits Gegenstand vom 10. Juli 2015 gewesen sind und für die es bis heute einen Klärungsbedarf gibt.

Wir sahen damals u.a. die Beschulbarkeit der Klasse 7c für das nächste Schuljahr in Gefahr, kritisierten den Umgang mit einer Schülerpetition  und sahen u.a. einen massiven pädagogischen Bedarf bei dem Thema „selbstverletzendes Verhalten“.

Herr Barthl fügte dann noch das akute Thema Mobbing an meinem Sohn hinzu (s. Vorfallsprotokoll Mobbing vom 11. März 2016).

Eine Petition gegen schulische Entscheidungen

Das ignorante Verhalten des Schulleiters gegenüber einer Petition, die die Schüler der damaligen Klasse 7c im letzten Schuljahr gegen eine schulorganisatorische Entscheidung eingereicht hatten, wurde nun nachträglich durch Herrn Barthl thematisiert.

Nach seiner Auffassung hätten die Schülervertreter sich an die Gesamtschülervertretung wenden können und außerdem hätten nicht einmal alle Schüler diese Petition unterschrieben.

Mit diesem Statement degradierte er wiederholt das begründete Aufbegehren der Schülerschaft zu einer sinnlosen Tat und das Verhalten der Schüler als unzureichend. Diese Botschaft ist damals sowohl bei den Schülern als auch bei den Eltern genau in dieser Form angekommen und es ist bezeichnend, dass dies in der gegenwärtigen Gesprächrunde nochmals bestätigt wurde.

Aus internen Schulkreisen wissen wir, dass diese Petition vom Schulleiter unter „Verschluß“ gehalten wurde und darüber nicht gesprochen werden durfte.

Tastsächlich haben nicht alle Schüler diese Petition unterschrieben, allerdings alle damals anwesenden Schüler. Zwei Mitschüler waren an den zwei Tagen der Petitionsunterzeichnung nicht in der Schule und so waren es „nur“ 24 Unterschriften von 26 möglichen Unterschriften. Das sind nicht alle, aber doch wohl sehr viele.

Die Schüler hatten sich damals gar keine Veränderung der Verhältnisse ausgerechnet, aber sie hatten irgendeine Reaktion der Schulleitung erwartet, die schließlich die schulorganisatorische Entscheidung gefällt hat. Die Petition fand dann wochenlang nicht einmal Erwähnung im Klassenrat und wurde ignoriert (vgl. Petition gegen eine schulorganisatorische Entscheidung).

Selbstverletzendes Verhalten

Auch das damalig eingebrachte Thema Ritzen wurde vom Schulleiter in der Gesprächsrunde angeführt.

Hier nahm sich der Schulpsychologe Herr Dr. Steininger etwas mehr Zeit und hielt einen kleinen Vortrag über den Umgang mit selbstverletzenden Schülern (Auftreten, Verlauf etc.) sowie Mobbing und wies daraufhin, dass er für Vorträge für Lehrer, Eltern und Schüler zur Verfügung stünde.

Abschließend bot Herr Dr. Steininger an, dass wir ihn in die Pflicht nehmen könnten, wenn es darum geht, sich über das Thema selbstverletzendes Verhalten und Mobbing zu informieren.

Eigentlich hätte uns damals im Juli 2015 ein solches Angebot schon ausgereicht, um den Kindern, die mit den Wunden Ihrer Mitschüler nur schwerlich zurecht kamen, eine erste Hilfe anzubieten.

Ein Merkmal dieser Schule ist es, dass man in öffentlichen Veranstaltungen den Eindruck bekommt, dass die Schule für jedes Problem eine Anwort, einen Weg oder eine Lösung parat hat. Fragt man dann konkret nach oder ist mit einem Problem direkt konfrontiert, wird man auf andere Verantworliche verwiesen oder es wird behauptet, dass es einen Maßnahmekatalog gäbe, der allerdings nicht immer für Eltern und Schüler transparent einsehbar sei. Man solle aber darauf vertrauen, dass die Schule nicht tatenlos zuschaue.

Genau auf diese Verfahrensweise wurden wir vom Schulleiter auch nochmals in diesem Gespräch hingewiesen. Deutlich wurde aber auch, dass die Problematik durch den Schulleiter kleingeredet und bagatellisiert wird.

Wir benötigten weder damals noch heute einen Maßnahmekatalog, sondern konkrete Hilfestellungen, um die seelische Belastung der Kinder zu mildern, die das selbstverletzende Verhalten ihrer Freunde und Mitschüler ertragen mussten und immer noch müssen.

Es half und hilft niemanden theoretische Erklärungen für das Verhalten zu wiederholen und davon zu sprechen, dass es sich dabei um ein Verhalten handelt, dass in einer bestimmten Altersgruppe gehäuft auftritt und sich dann auch wieder verläuft. Auch das Notieren in Berichten und Protokollen nützt nichts.

Ich weiß jedenfalls bis heute nicht, weshalb unsere Kinder in der Schule mit Bildern konfrontiert werden müssen, die sie verängstigen und erschrecken. Ich gehe fast davon aus, dass der Schulleiter und auch die Lehrerschaft keine Ahnung davon hat, welchen Eindruck diese Bilder auf Kinder machen, die noch keine Horrorfilme oder Egoshooterspiele gesehen haben. Wenn sich die Schulleitung und auch der schulpsychologische Dienst hinstellen, um das Problem zu bagatellisieren, dann würde ich sehr gerne die Elternschaft fragen, ob die nachfolgenden Bilder für unsere Kinder der 5., 6., 7. Klasse geeignet sind und ob diese Kinder kein Recht darauf haben, zu erfahren, wie es zu solchen Selbstverletzungen kommt, wie man sich dazu verhalten und wie man vielleicht sogar helfen kann?

Damals, am 10. Juli 2015, teilte uns der Schulleiter zu diesem Thema nicht mit, welche Möglichkeiten es gibt, um den Kindern Hilfestellung zu geben, sondern er sagte, „dass es sich dabei um eine Modererscheinung handeln würde, die im Bezirk Hohenschönhausen vorkommt, aber auch wieder vergeht“.

Dass der Schulleiter nun im Nachhinein behauptet, dass es Schulsozialarbeiter für diese Fälle gibt und der Schulpsychologe seine Hilfe anbietet, ist recht informativ und kann uns im zukünftigen Umgang mit dem Thema Ritzen bestimmt weiterhelfen. Aber dies ist eben eine offizielle und öffentlich bekundete Stellungnahme, die man nach langem Kampf und unter Hinzuziehung der Öffentlichkeit dem Schulleiter abgerungen hat.

Mobbing

Dass Schulen im Allgemeinen mit dem Thema Mobbing und Ausgrenzung nicht offen umgehen wollen, da es auch die Aussenwirkung der Schule negativ beeinflussen könnte, ist nicht ungewöhnlich.

Eine Ausgrenzungs- und Mobbingkampagne

Unser Sohn engagierte sich immer wieder für Tiere und deren Schutz. Eigentlich eine ganz natürliche Sache, wenn man bedenkt, dass sich die Schule mit einem besonderen Umweltprofil schmückt. Unser Sohn fühlte sich jedenfalls von dieser Ausrichtung sehr angezogen und erhoffte dort auf Gleichgesinnte zu treffen.

Leider musste er mehrfach erfahren, dass dieses Thema weder bei seinen Mitschülern noch bei der Lehrerschaft auf besonderes Interesse stieß. Eher im Gegenteil. Im Fach Umweltlehre musste er seinem Lehrer wissenschaftliche Beweise erbringen, weil er behauptete, dass auch ein Leben ohne Fleisch und Fisch möglich sei. Der Lehrer bezweifelte diese These und nährte damit auch den Boden für weitere Anfeindungen aus der Schülerschaft.

Seine Klassenkameraden nahmen sein Engagement immer wieder zum Anlass für Sticheleien und diskriminierten ihn wegen seiner Haltung.

Mit einem Aufsatz und Vortrag über das Leben eines Kälbchens hat er standhaft auf dieses umweltrelevante Thema aufmerksam gemacht.

Wir hatten ihm nach den vielen Anfeindungen empfohlen, sich zurückzuhalten, um den Sticheleien zu entgehen. Die Mobbingkampagne ist also keine plötzliche Reaktion der Mitschüler auf die NPD-Parteienwerbung des Schulleiters und schon seit einem längeren Zeitraum immer wieder zu beobachten.

Im Zusammenhang mit dem Thema Mobbing an unserem Sohn, kam der Schulleiter bei dem Gespräch auf meine Kritik an seine NPD-Werbemail zurück und meinte, dass die Frage „Sag mal, warum behauptet dein Vater, dass Herr Barthl ein Nazi ist?„, eigentlich eine sachliche Frage sei.

Dass die implizierte Behauptung tatsächlich nie aufgestellt wurde, störte den Schulleiter in diesem Fall in keinster Weise.

Ich frage mich, weshalb meine Kritik zum NPD-Werbeflyer, die ganz privat an Herrn Barthl gerichtet gewesen ist, mit der Drohung, das Rechtsamt einschalten zu wollen, quittiert wurde? Eigentlich hatte auch ich ausschließlich sachliche Fragen gestellt, die mir bis heute nicht beantwortet wurden.

Wenn sich nun Eltern oder Schüler gegen falsche Behauptungen und Unterstellungen zur Wehr setzen wollen, soll dies nicht möglich sein und es wird sogar in Kauf genommen, dass Schüler falsche Behauptungen aufstellen können?

Aber auch die Anfeindungen der Schüler („du bist scheiße, „du Opfer“, „ich schlag dich“, „verpiss dich“ usw.) und die Ausgrenzungen an unseren Sohn waren für den Schulleiter noch kein Indiz für Mobbing, denn diese Ausdrucksweisen seien doch ein Teil des alltäglichen Sprachgebrauchs der Schüler untereinander, teilte er den Anwesenden im Gesprächsverlauf unverblümt mit.

Vielleicht sollte sich der Schulleiter und seine Unterstützer, die gern zu Bagatellisierungen greifen, die Geschichte von Amanda Todd vor Augen führen, die u.a. auch durch die Ignoranz der Erwachsenen keinen anderen Ausweg sah, als sich nach einem qualvollem Leidensweg das Leben zu nehmen.

Der Schulleiter duldet Mobbing und hat scheinbar nichts dagegen, dass andere, in diesem Fall die Schüler, die feindlichen Kritiker aus der Schule eliminieren. Opfer sind also nicht nur die kritischen Eltern, sondern vor allem auch deren Kinder, die eigentlich mit den Konflikten nichts zu tun haben.

Resümee

Es sollte niemanden verwundern, dass unser Vertrauen in die Integrität dieses Schulleiters erschüttert ist, dass wir unseren Sohn nicht mehr in den Verantwortungsbereich dieser Schulleitung überlassen können.

Unser Sohn wurde sukzessive für Mobbing und Ausgrenzungen prädestiniert. Dafür tragen auch jene Lehrer die Verantwortung, die sein soziales Engagement nicht ernst genommen und herabgewürdigt haben.

Hauptverantwortlicher der zahlreichen Konflikte ist der Schulleiter T. Barthl, der sich mit keiner Kritik ernsthaft auseinandersetzen möchte, durch seine Passivität und die Duldung von Ausgrenzung und Verleumdung ein Milieu in dieser Schule geschaffen hat, das bei Eltern und Schülern Angst schürt.

Auftrag der Schule ist es, alle wertvollen Anlagen der Schülerinnen und Schüler zur vollen Entfaltung zu bringen und ihnen ein Höchstmaß an Urteilskraft, gründliches Wissen und Können zu vermitteln.

Ziel muss die Heranbildung von Persönlichkeiten sein, welche fähig sind, (…) das staatliche und gesellschaftliche Leben auf der Grundlage der Demokratie, des Friedens, der Freiheit, der Menschenwürde, der Gleichstellung der Geschlechter und im Einklang mit Natur und Umwelt zu gestalten. (zit. SchulG Berlin – § 1 Auftrag der Schule)

Diese grundlegenden Prämissen stehen an dieser Schule in einem derart eklatantem Widerspruch zu dem tatsächlich erfahrbaren Schulleben, welche eine individuelle Entwicklung unmöglich macht, da sie auf Verängstigung und Einschüchterung beruht.

Christian Mantey