Grüner Campus Malchow – Im Anhang: NPD-Beitritt

E-Mail vom 6. März 2016
an die Beschwerdestelle der Senatsverwaltung


Sehr geehrte Damen und Herren,

heute wende ich mich an Sie als ein Elternteil am Grünen Campus Malchow.

Ich habe, wie viele andere Eltern auch, am Samstag, den 27. Februar 2016 eine E-Mail des Schulleiters Herrn Tobias Barthl erhalten, die uns über die Demonstration der NPD in Hohenschönhausen informieren sollte.

In dieser E-Mail befanden sich zwei Flyer der NPD mit weiterführenden Informationen zum Beitritt in diese Partei, Fördermitgliedschaft und Kontaktdetails zur NPD-Zentrale in Lichtenberg.

Diesen Anhang fanden mehrere Eltern problematisch und haben den Schuldirektor darauf hingewiesen. Auch ich habe einige Stunden später Herrn Barthl auf den höchst kritischen Inhalt aufmerksam gemacht und kurze Zeit später vom Schulleiter die folgende Antwort erhalten:

„Herr Mantey,
diese Unterstellungen gehen zu weit. Ich werde das Rechtsamt
einschalten!
T. Barthl“

Mittlerweile hat sich auch ein Teil der Lehrerschaft solidarisch gegenüber dem Schulleiter positioniert. In diesen Solidaritätsbekundungen findet sich leider überhaupt keine Stellungnahme der Lehrerschaft zum Mailinhalt des Schulleiters.

Auch Herr Barthl hat bis zum heutigen Tag zu den Vorwürfen geschwiegen.

Dass der Schulleiter nicht nur der fragenden und irritierten Elternschaft Antworten schuldig geblieben ist, zeigt auch der Artikel „Im Anhang: NPD-Beitritt“ in der TAZ vom 2. März 2016.

Diese Entwicklungen halte ich für sehr problematisch und habe deshalb einen Offenen Brief an die Schulleitung, die Lehrer*innen, Eltern- und Schüler*innen des Grünen Campus Malchow verfasst und veröffentlicht.

In diesem Brief habe ich versucht, die Problematik aus meiner Sicht zu beschreiben und darzustellen. Sie finden meinen Offenen Brief als PDF-Dokument im Anhang dieser Mail.

Ich habe diesen Brief auch auf der Internetseite der Elternschaft des Grünen Campus Malchow veröffentlicht. Sie finden den Brief und die bestehenden Querverweise auf der folgenden Seite:

Offener Brief an die Schule Grüner Campus Malchow

Ich möchte Sie bitten, den Fall zu prüfen und den Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern bei einer friedlichen und wertfreien Konfliktlösung zu helfen.

Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung und sende freundliche Grüße

C. Mantey

P.S.: Diese Mail wurde auch an den Schulleiter Herrn Barthl, der
vorsitzenden Sprecherin der GEV Frau Z. und der Klassenlehrerin Frau S. versandt.

Offener Brief an die Schule Grüner Campus Malchow

Dokumentdownload als PDF

Sehr geehrte Schulleitung des Grünen Campus Malchow,
verehrte Lehrerinnen und Lehrer,
liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Eltern,

auf einer seiner Caprichos zeigt Franciso de Goya, wie der Schlaf der Vernunft Ungeheuer hervorbringt (El sueño de la razón produce monstruos) und ich habe gerade das Gefühl, dass dieses Bild eine Lage beschreibt, in der sich einige wenige Eltern, Schüler*innen und auch Lehrer*innen des Grünen Campus Malchow befinden.

Dass es sich um eine Minderheit handelt, ist nur eine Vermutung von mir und muss nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen.

Warum habe ich im Augenblick Befürchtungen, dass die Situation an unserer Schule zu einer unglaublichen Eskalation führen könnte?

Wir bemühen uns nicht, miteinander zu reden und es ist auch kein Wille dazu vorhanden.

Ich möchte hier in aller Offenheit meinen Standpunkt zu den aktuellen Geschehnissen darstellen und würde mich freuen, wenn ich dadurch einen Impuls zu einer inhaltlichen Diskussion geben könnte (Kommentare, persönliches Gespräch oder per Mail, hier ist mir alles recht). „Offener Brief an die Schule Grüner Campus Malchow“ weiterlesen

Re: Einschränkungen am Montag im Bereich FG I/II/III

E-Mail vom 27.02.2016 um 16:43 Uhr
als Anwort auf Einschränkungen am Montag im Bereich FG I/II/III


Sehr geehrter Herr Barthl,

am 27. Februar 2016 um 11.09 Uhr erhielten wir über Ihren Mailverteiler u****@t-online.de eine Nachricht mit dem Betreff: „Einschränkungen am Montag im Bereich FG I/II/III“.

Sie teilen uns mit, dass es am Montag zu Einschränkungen im Bereich unserer drei Schulgebäuden FG I/II und III kommen kann, weil die NPD eine größere Demo veranstaltet. Von dieser Demo distanziere sie sich deutlich. Sie teilen uns ferner mit, dass die Schulleitung an diesem Tag bis zur Abholung des letzten Kindes aus dem Späthort (FG III) vor Ort sein wird.

Im Anhang übermitteln Sie uns einen eingescannten Veranstaltungsflyer für die Demonstration und eine Beitrittserklärung für die Nationale Partei Deutschland. Wir möchten Sie bitten, uns zu erklären, weshalb Sie mehr als tausend Eltern, die Ihnen vertrauensvoll ihre Mailadressen zur Verfügung gestellt haben, Werbung der NPD zukommen lassen.

Betreiben Sie Mitgliederwerbung für die NPD? Oder ist das für Sie der Vorgang wie das verschicken der Mitgliedsformulare des Grashüpfer e.V.?

Wir fragen uns, weshalb Sie diesen Anhang unkommentiert verschicken und für diese Partei (NPD) ein Forum für Propaganda schaffen.

Sie distanzieren sich in Ihrer Nachricht zwar von der Veranstaltung:

„Von dieser Demo distanziere ich mich deutlich.“

Mit welcher Absicht schicken Sie uns aber diese Beitrittserklärung und dieses zum Hass auffordernde Demoplakat? Wovon distanzieren Sie sich eigentlich?

Entspricht die Aussage des Demoplakates ihrer persönlichen, politischen Meinung?

Haben sie deshalb gleich die Beitrittserklärung beigefügt?

Ist Ihr Einsatz für die NPD durch Spenden zu erklären?

Von einem Beitritt in diese Partei und deren Gedankengut distanzieren Sie sich nämlich nicht. Vielmehr lassen Sie hier verheerende Interpretationsspielräume offen.

Es könnte bei einigen den Eindruck hinterlassen, dass Sie sich nur von der Demo distanzieren, weil sie den Schulbetrieb aufhält.

Das Beifügen der Beitrittserklärung könnte Eltern und Schüler*innen den Gedanken geben, dass sie die NPD anderweitig unterstützen können oder sogar sollen.

Vor dem Hintergrund der augenblicklichen Lage und auch den Auseinandersetzungen in unserer GEV, wenn es um die Willkommensklassen geht, ist dieser Interpretationsspielraum nicht zu tolerieren.

Wir sind erschüttert. Auch die derzeitigen Konflikte in der GEV, lassen Ihr Verhalten absolut verantwortungslos und kontraproduktiv erscheinen.

Mit Ihrem Verhalten werfen Sie immer neue Fragen auf, die wir sehr gern mit Ihnen persönlich und öffentlich besprechen möchten.

Vielleicht geben Sie uns und etlichen anderen Eltern endlich die Gelegenheit dazu.

Wir erwarten von Ihnen eine möglichst zeitnahe Stellungnahme Ihres Verhaltens.

Mit freundlichen Grüßen

C. M.