Gemeinsam gegen die NPD-Demo in Hohenschönhausen am 29.2.

Gemeinsam gegen die NPD-Demo in Hohenschönhausen

Mobi-Video | Infokarte

Anlaufpunkte / Kundgebungen für die Gegenaktivitäten:
Mo, 29.02.2016 | 18:00 Uhr:
– Hof vom Nachbarschaftshaus (Ribnitzer Straße 1B / Hohenschönhausen)
mit einer Ausstellung zur ehemaligen „Zentralen Aufnahmestelle“ in der Gehrenseestraße und Musikgruppen
– Zingster Straße / Ribnitzer Straße (Hohenschönhausen)
– S-Bahnhof Wartenberg / Egon-Erwin-Kisch-Straße (Hohenschönhausen)

Einschränkungen am Montag im Bereich FG I/II/III

E-Mail des Schulleiters
vom 27.02.2016 um 11:09 Uhr


Liebe Eltern,

hiermit möchte ich Sie darauf vorbereiten, dass es am Montag zu Einschränkungen im Bereich unserer drei Schulgebäude FG I/II und III kommen kann. Die NPD veranstaltet eine größere Demo (siehe Anhang). Von dieser Demo distanziere ich mich deutlich. Die Schulleitung wird an diesem Tag bis zur Abholung des letzten Kindes aus dem Späthort (FG III) vor Ort sein.

Mit freundlichen Grüßen

T. Barthl

 

Anlagen als PDF-Dokument angehangen

  • Demonstrationsplakat/flyer der NPD
  • Werbematerial mit Beitrittserklärung, Unterstützungsmöglichkeiten
  • Adressen der NPD etc..

 

Offener Brief an die Mitgieder der GEV des Grünen Campus Malchow

Liebe GEV-Mitgliedervertretinnen,
liebe Mitgliedervertreter,

in den letzten Wochen gingen sehr viele Worte hin und her und es fällt einem Beobachter schwer, die Vorwürfe und Fakten richtig einzuordnen. Auch uns, die Elternvertretung der Klasse 8c, fehlt zum Teil der Überblick.

Deshalb wollen wir Sie mit diesem offenen Brief anregen, über die Vorfälle fair, demokratisch und lösungsorientiert mit uns zu diskutieren.

Vielleicht ist es sogar möglich, die gegenwärtigen Unstimmigkeiten, die nach unserer Auffassung ein Spiegelbild der Gesamtsituation dieser Schule ist, mit allen Eltern und GEV-Mitgliedern öffentlich zu diskutieren.

Wir möchten allen Mitgliedern der GEV in dieser Nachricht mitteilen, dass wir mit unserem derzeitigen Umgang miteinander in keiner Weise einverstanden sind.

Wir halten den derzeitigen Ton und die Art der Kommunikation für nicht fair, neutral und es entsteht bei uns dadurch der Eindruck, dass sich unser Diskussionverhalten auf einem nicht hinnehmbarem Niveau befindet.

Bei uns tritt die Frage auf, ob keine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Themen erwünscht ist. Vielmehr haben wir den Eindruck, dass hier von den eigentlich brennenden Fragen abgelenkt wird.

Ist es vielleicht beabsichtigt, dass die Kritik eines GEV-Mitgliedes nicht inhaltlich diskutiert wird?

Wie lässt sich die fehlende Bereitschaft zur inhaltlichen Auseinandersetzung erklären?

Warum richtet sich unsere Kritik gegen das kritisierende GEV-Mitglied und nicht gegen die zur Diskussion stehenden Themen?

Welches Demokratieverständnis wollen wir unseren Kindern/Schülervertretern mit diesem Verhalten vermitteln?

Wir würden sehr gern die Vorwürfe sachlich und auch menschlich vernünftig behandeln und es wäre schön, wenn Sie mit uns genau darüber diskutieren würden.

Geht es denn tatsächlich nur um die Frage, ob wir der einen oder anderen Person/Partei vertrauen oder geht es für uns alle nicht vielmehr darum, einen Konflikt, eine Ungereimtheit und ein Unwohlsein zu benennen und zu lernen, wie man mit solchen Konflikten vernünftig umgeht?

Für uns sind die Vorwürfe und Maßnahmen der Elternvertretung der Klasse 10b durchaus nachvollziehbar und wenn wir gemeinsam nicht in der Lage sein werden, über hervorgebrachte Kritik und offene Fragen zu reden, wird auch dieses Jahr in der GEV weitestgehend fruchtlos an uns vorüberziehen.

Wir finden, dass es möglich sein muss, Geschehnisse anzusprechen und dass wir es auch akzeptieren müssen, dass jeder von uns das Recht hat, seine eigene Form dafür zu finden und zu wählen.

Dies darf nicht nur dahergesprochen werden, sondern sollte, nein müsste, Maßgabe unseres Umgangs sein.

Wir können bei der nächsten GEV über offene Fragen hinweggehen und mit den üblichen Tagesordnungspunkten fortfahren.

Dies wird sicherlich von einigen von uns sogar gewünscht.

Unsere ganz persönliche Erfahrung ist es aber, dass nicht ausgefochtene Konflikte oder ein wegdrücken offener Themen, zu noch mehr Ärgernissen führen werden.

Wenn wir die uns betreffenden Konflikte/Themen wirklich und tatsächlich bearbeiten wollen, wäre nach unserer Auffassung eine professionelle herangehensweise wünschenswert (evtl. in Form einer Mediation, eine externe Schlichtungskommission oder durch ein anderes unabhängiges Gremium).

Bisher ist es uns vollkommen unklar, weshalb das Eigentum (erstellte Elternliste) der Klasse 10b so lange zurückgehalten wurde und haben vollstes Verständnis dafür, dass die Elternvertretung der Klasse 10b höchst irritiert reagiert hat.

Es handelt sich hierbei eventuell um ein unkollegiales und unfaires Verhalten, das nunmehr zu einem riesigen Eklat geführt zu haben scheint.

Leider entstehen durch solche Verhaltensweisen sehr unschöne Eindrücke und mittlerweile glauben wir, dass diese Schule eine echte Reform benötigt, die konstruktiv und ergebnisoffen die Probleme angeht, die doch immer wieder zu Unstimmigkeiten führen.

Von rechtlichen Fragen ist da noch nicht einmal die Rede.

Solche heftigen Reaktionen haben doch immer irgendwo ihren Ursprung.

Ist tatsächlich die Elternvertretung der 10b der Auslöser dieser ganzen Streitigkeit und veranstaltet ein einzelner Herr hier tatsächlich eine Hetzjagd gegen die GEV-Mitglieder und die Schulleitung?

Handelt es sich hier wirklich nur um eine Ausnahme, einen Einzelfall?

Wir scheuen uns etwas davor, hier weitere Gräben aufzutun, aber wir können zumindest für uns sagen, dass wir im letzten Jahr Erfahrungen in dieser Schule gemacht haben, die uns sehr verärgert haben.

Aus diesem Grunde sollte es niemanden wundern, dass sich unsere Haltung zur Schule und ihren Gremien verändert hat.

Es ist eben nicht partnerschaftlich, wenn der Schulleiter Elternvertreter, Eltern und Lehrer in einem Durchgangs- und Kopierzimmer mit verschränkten Armen zu einer verabredeten Besprechung empfängt und sich für nichts verantwortlich und zuständig fühlt und sogar den Dialog im Voraus ablehnt (siehe Gesprächsprotokoll).

Wir fragen uns schon, wie wir den letzten Vortrag in der GEV-Sitzung des Schulleiters in diesem Kontext einzuordnen haben, wenn er von den Kindern spricht, die ihm am Herzen liegen und die Eltern als Partner bezeichnet. Wie sollen wir damit umgehen?

Dürfen wir das als zynisch bezeichnen und offen aussprechen, dass wir den bisher praktizierten Umgang ablehnen und auch als nicht gerechtfertigt empfinden?

Natürlich haben nicht alle SchülerInnen und Eltern den gleichen Eindruck.

Vielleicht verhindert auch unser Harmoniebedürfnis, dass die Kritik einzelner VertreterInnen konstruktiv diskutiert werden kann.

Dies heißt doch aber nicht, dass eine Kritik unberechtigt und eventuell sogar richtig ist. Eine berechtigte Kritik nicht wahrnehmen zu wollen, ist in unseren Augen eine unerträgliche Scheinheiligkeit, die nur fälschlicherweise zu der Annahme führt, es sei alles in Ordnung.

Vielmehr betreiben und befördern wir damit die Ausgrenzung von Minderheiten und das Ergebnis wird noch mehr Misstrauen sein.

Ist in einer offenen demokratischen Gruppe/Schule Ausgrenzung erstrebenswert?

Ist es nötig, dass kritische Eltern und Schüler Angst vor Repressalien haben müssen? (Aufgrund der gehäuften Äußerung dieser Ängste, gehen wir von einem sehr realen Hintergrund aus.)

Sind es nicht immer wiederkehrende Verhaltensmuster an dieser Schule, die sich durch Respektlosigkeiten und mangelnde Achtung im Umgang zwischen Eltern, Lehrern, SchülerInnen und der Schulleitung manifestiert haben?

Dass nicht jeder von uns einen solchen Umgang hinnimmt, sollten wir doch zu mindesten tolerieren.

Dass von uns in der 1. GEV vorgeschlagene Thema „Kommunikation zwischen der Schule und den Eltern“ zielte auf diese Problematik ab.

Wir wollen diese Schieflage einmal auf den Tagesplan bringen.

Leider haben wir dieses Thema auf der Tagesordnung zur 2. GEV dann nicht mehr wiedergefunden, obwohl es im Protokoll unter dem Titel „Kommunikation zwischen Eltern, Lehrer/innen Schüler/innen und untereinander“ aufgeführt wurde.

Wir fragen uns jetzt, ob es für die Streichung dieses Punktes Gründe gegeben hat.

Im letzten Jahr ging es um die Durchführung von Eltern/SchülerInnen-Fortbildungen zur Nutzung neuer Medien etc.. Hier hatten wir mehrere Angebote (Drogenkonsum, Psyche und Körper und Spielen, Chatten, Surfen) und das Interesse unserer Elternschaft zusammengetragen und mitgeteilt. Das ganze Thema wurde dann nach der dritten oder vierten GEV-Sitzung gar nicht mehr erwähnt. Bereits im letzten Jahr waren wir über dieses Hinweggehen verwundert und enttäuscht.

Solche Vorfälle sind einfach ärgerlich und hinterlassen einen Eindruck und fördern nicht gerade das gegenseitige Vertrauen.

Die Frage ist doch aber, wie stellt man das gegenseitige Vertrauen wieder her? Nach unserer Auffassung liegt der Grund, weshalb sich viele Eltern nicht oder nicht mehr für die Schule engagieren, in diesen Verhaltensweisen begründet.

Alles was jetzt gerade zu Tage befördert wurde, birgt doch aber eigentlich das wunderbare Potenzial, es zu bearbeiten und etwas besseres daraus zu machen.

Gegenseitige Schuldzuweisungen werden uns da nicht weiterhelfen, sondern unser gegenseitiges Fehlverhalten und Misstrauen weiter verfestigen.

Wir sehen durchaus, dass unsere hier aufgeführten Beispiele auch nicht zu einer Auflösung führen werden. Eher das Gegenteil wird der Fall sein, da sie wiederum Vorwürfe enthalten.

Wir wurden in der Vergangenheit aber immer wieder dazu aufgefordert, konkrete Hinweise zu Unstimmigkeiten und Meinungen zu liefern.

Wir sind aber der Auffassung, dass diese Konkretisierungen eigentlich niemandem helfen.

Sie tragen auch nicht dazu bei, die eigentlichen Probleme anzugehen und zu beseitigen, sondern sich immer nur mit den Symptomen zu beschäftigen.

Aus diesem Grunde wollen wir hier mitteilen, dass unser Vertrauen in die Schule und ihren Gremien stark erschüttert ist. Dennoch sind wir weiterhin an einer fairen und offenen Klärung der Meinungsverschiedenheiten auf allen Seiten interessiert.

Wir wünschen uns für die nächste GEV eine konstruktive, demokratische und respektvolle Sitzungsversammlung, die sich nicht scheut hinzusehen und vielleicht auch einmal die leisen, lauten, manchmal ungehobelten Stimmen aus den Kellern dieser Schule zu Wort kommen lässt.

Viele Eltern sind resigniert und bringen sich aus ganz persönlichen Gründen, Eindrücken und Erfahrungen nicht mehr in den Dialog ein. Aber unerträglich ist es, wenn hinter vorgehaltener Hand schlecht gesprochen und in der Öffentlichkeit dann zu allem Ja und Amen gesagt wird, weil man vielleicht Angst vor Repressionen hat.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mantey und Dieter Milbrandt

Quelle: https://campus.onic.eu/2015/offene-mail-gev/