Stellungnahme zur GEV vom 10. März 2016

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Sehr geehrte Schulleitung des Grünen Campus Malchow,
verehrte Lehrerinnen und Lehrer,
liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Eltern,

in der Gesamtelternkonferenz vom 10. März 2016 wurde u.a. zum Ausdruck gebracht, dass es einem Teil der Elternvertreter*innen und den anwesenden Lehrer*innen (Frau P. & Herr S.) nicht zusagt, dass die GCM-Eltern-Seite nur von einem kleinen Personenkreis bzw. einer Person verwaltet wird und dass auf dieser Seite Inhalte veröffentlicht werden, die den Ruf der Schule schädigen könnten und ein falsches Bild des Grünen Campus Malchow suggerieren.

Besonders deutlich wurde, dass eine Elternseite des Grünen Campus Malchow auch die Meinung der Mehrheit der Eltern oder Elternvertreter*innen widerspiegeln müsse.

Da mein Offener Brief vom 6. März dieser Meinung nicht entspräche, äußerte man den Wunsch, diese Inhalte zu verstecken, zu löschen oder die Seite so zu kennzeichnen, dass sie nicht mehr mit der Gemeinschaftsschule Grüner Campus assoziiert wird.

Obwohl ich mehrmals meine Bereitschaft zu einer Veränderung signalisiert habe, konnten sich die GEV-Mitglieder, die Schulleitung und Lehrer*innen nicht auf einen Kompromiss zur Umbenennung einigen.

Es stand aber außer Frage, dass es eine Elternseite des Grünen Campus geben darf. Wir verblieben so, dass wir uns in einer Arbeitsgruppe darüber austauschen werden, wie eine Elternvertreter- oder GEV-Internetseite aufgebaut werden könnte, was dort veröffentlicht werden soll und darf.

Mir wurde vorgeworfen, dass ich die derzeitige Seite (gcm-eltern.de) missbräuchlich verwenden würde, um die Schule und den Schulleiter in ein schlechtes Licht zu rücken.

Richtig ist, dass der Wunsch nach einer Internetseite (gcm-eltern.de) beim Elternvertreter*innen-Stammtisch entstanden ist, um den entstandenen Arbeitsgruppen, eine Möglichkeit des Austauschs zu geben. Die Seite hatte vorerst nicht den Anspruch, eine offizielle Funktion zu übernehmen. Darüber wollten wir uns in einer gesonderten AG-Internetseite austauschen.

Mehrfache Hinweise, die ich gegenüber der GEV-Vorsitzenden äußerte, für diese Seite auch redaktionelle Unterstützung zu bekommen, führten bisher nicht zu einer funktionierenden Arbeitsgruppe. Nur vereinzelt fand ein Austausch mit einer Elternvertreterin per Mail statt. Um die Arbeit und den Austausch an dieser Seite noch weiter anzuregen, habe ich jetzt eine Seite MITMACHEN eingebaut, um auch anderen Eltern, Lehrer*innen und Schüler*innen, die Gelegenheit einer Artikel-Veröffentlichung zu geben.

Mir ist unklar, weshalb gegen diese Internetseite und ihre Inhalte in der GEV mobil gemacht wurde. Ist es nicht gut, dass wir alle offen und gleichberechtigt über Konflikte sprechen? Dass wir uns alle zu Wort melden können und unsere Argumente vortragen können, ohne dass dazwischen gerufen und gestöhnt wird.

Wieder einmal wird gegen eine Form der Transparenz gewettert, die für diese Schule unabdingbar ist. Wir haben uns bisher noch nicht auf einen redaktionellen Rahmen geeinigt und es gibt auch noch keine Vereinbarungen, welche Inhalte erlaubt und welche VERBOTEN werden sollen. Meine Bereitschaft darüber zu diskutieren wurde mehrfach signalisiert und ich stehe dafür gern zur Verfügunng.

Ich möchte hier allerdings anmerken, dass es unser gutes Recht ist, auf Unrecht, Mobbing, Ausgrenzung, aber auch Lob und Kritik hinzuweisen. Der Wunsch dies hinter verschlossenen Türen zu tun, halte ich an dieser Schule für gefährlich. Es ist in den letzten Monaten ersichtlich geworden, wohin uns unsere Intransparenz und Verschlossenheit bringt. Fragen bleiben unbeantwortet, es wird Unrecht geduldet, gelogen und Drohungen werden ausgesprochen.

Ich sehe in dieser Seite die große Chance, die Themen inhaltlich anzugehen und natürlich auch zu bewältigen. Hier sollten wir eine offene und schützende Plattform schaffen, damit Schüler*innen, Eltern, aber auch Lehrer*innen ohne Gefahr aussprechen können, was ihnen auf dem Herzen liegt.

Dies ist eine Form der Demokratie, die ich und auch noch weitere Eltern des Grünen Campus Malchow wünschen.

Selbstverständlich sollte eine solche Plattform mit Hilfe einer Redaktion, die Beiträge prüft und diffamierende und unsachliche Beiträge abweist oder Änderungsvorschläge macht, um solche Beiträge dann eventuell doch noch veröffentlichen zu können, bearbeitet werden.

Auch an welchen Stellen mein Offener Brief vom 6. März unsachlich und diffamierend ist, kann und sollte eine neutrale und unbefangene Arbeitsgruppe oder Kommission prüfen und bewerten. Wie ich schon in meiner E-Mail vom 3. November 2015 forderte:

Wir brauchen für die Bearbeitung der aufgelaufenen Konflikte eine unabhängige Mediation.

Stellungnahme der Lehrerschaft

Auch die anwesende Lehrerschaft (Frau Peters und Herr Schachmann) äußerte sich bei der GEV-Sitzung vom 10. März zu der NPD-Werbemail des Schulleiters. Sie gab an, dass sie sich ganz bewußt für eine einseitige Kritik gegen den Offenen Brief des ehemaligen Elternvertreters Herrn P. entschieden und ganz bewusst dem Schulleiter ihre unmissverständliche Solidarität ausgesprochen hat. Dass die NPD-Flyer-Weitergabe problematisch sei, wurde dabei nicht erwähnt.

Der Lehrer Herr Schachmann erläuterte, wie problematisch er die Veröffentlichung des Konfliktes im Internet für die Schule, die Lehrer*innen und die Kinder empfindet. Man solle doch nicht unklug sein, schlug er vor.

Er wies auch darauf hin, dass man doch auch seine Kinder schützen müsse. Ich fragte ihn daraufhin, wie er das denn meine. Für mich klang dies wie eine Drohung. Auf die Frage, wie er das meine, bekam ich keine konkrete Antwort.

Allerdings sollte mein Sohn am nächsten Tag bereits die aufgezeigten Auswirkungen zu spüren bekommen. Mitschüler*innen ignorierten ihn und etliche Schüler*innen beschimpften ihn in den Pausen. Ein Auszug aus dem Vorfallsprotokoll vom 11. März stelle ich hier gern zur Verfügung. Folgende Worte wurden von etlichen Schülern an meinen Sohn gerichtet:

  • Du bist scheiße. (Namen bekannt
  • Keiner mag dich. (Namen bekannt)
  • Du Opfer. (Namen bekannt)
  • Ich schlag dich. (Name bekannt)
  • Verpiss dich. (Name bekannt)

Nur die Willkommensschülerin tröstete ihn und machte ihm Mut.

Obwohl die Lehrer vorgewarnt wurden und mein Sohn auf das Verhalten hinwies, unternahmen die Lehrer*innen in diesen Fällen nur sporadische Maßnahmen. Die Attacken erfolgten jedenfalls auch noch nach einem Gespräch eines Lehrers mit der mobbenden und ausgrenzenden Schulklasse weiter.

Es sollte hier niemanden wundern, dass wir diese Mobbing– und Ausgrenzungskampagne gegen unseren Sohn, eindeutig als institutionelle Ausgrenzungsmethode bewerten, die von der Schule bewusst genutzt und geduldet wird, um unliebsame und kritische Eltern zu eleminieren.

Darüber kann uns auch nicht hinwegtäuschen, dass der Schulleiter sich selbst als Opfer sieht, der uns mitteilte, dass er mit dieser Hetzkampagne nichts zu tun habe. Ausreichende Hinweise für das ausgrenzende Verhalten der Mitschüler*innen hat er von uns zur Genüge vorab erhalten. Bisher hat die Schulleitung wieder besseren Wissens nicht eingegriffen und ein Verhalten geduldet, dass sie angeblich abgelehnt.

NPD-Flyer-Mail und Stellungnahme des Schulleiters

Im 6. Tagesordnungspunkt sollte sich die GEV auf Antrag Herrn Barthls (Schulleitung) mit der NPD-Mail beschäftigen. Herr Barthl bekam einen über gebührenden Raum zu dieser E-Mail Stellung zu nehmen. In seiner Rede entschuldigte sich Herr Barthl bei einem ganz bestimmten Teil der anwesenden Elternvertreter*innen, die Anstoß an der Weiterleitung des NPD-Flyers nahmen.

Bei jenen Elternvertreter*innen, die ihm unangenehme Fragen stellten und ihm „etwas Böses unterstellten“, entschuldigte er sich ausdrücklich nicht. Die über 1000 Eltern, die diese Werbebotschaft auch in ihren Postfächern fanden, warten bis heute vergeblich auf eine Stellungnahme.

Uns, den „unangenehmen Kritikern“, empfahl er, Abgeordnete aus der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) des linken und grünen Lagers zu befragen. Sie könnten eindeutig belegen, dass er kein Rechter und kein NPD-Anhänger sei.

Mich hat diese Rede sehr verwundert, denn niemand hat jemals behauptet, dass der Schulleiter der rechten Szene angehört oder angehört hat. Wir haben uns lediglich gefragt, wie es möglich ist, dass ein Schulleiter ohne ersichtlichen Grund, Werbematerial für die NPD an über tausend Eltern weiterleitet und welche Erklärungen es dafür geben könnte. Hierzu haben wir nach Gründen gesucht. In meinem Offenen Brief vom 6. März 2016 habe ich dargelegt, weshalb ich mich für diese Form der Kritik und des Nachfragens entschieden habe.

Mittlerweile stelle ich mir die Frage, ob die Auslassung des Hinweises, dass es eine Gegendemonstration des eher linken Spektrums gegeben habe, beabsichtigt gewesen ist. Auch hier hätte ein Teil der Elternschaft kritisch hingeschaut und gefragt, ob die Verbreitung von Werbematerial für linke und grüne Parteien und Gruppen, mit Spenden an den Schulverein in Verbindung gebracht werden könnten?

Dass der Schulleiter seiner Entrüstung in dieser Art und Weise Raum verschaffen konnte, habe ich mit großer Entrüstung hingenommen. Mich wundert es immer wieder, dass die Schulleitung in der GEV eine derart zentrale Rolle spielen darf, denn eigentlich ist es die Gesamtelternvertretungsversammlung und nicht ein Schulleiterforum.

Verständigung und Denkpausen

Am Montag vor der GEV-Sitzung traf ich mich mit einem Elternvertreter, der mich spontan zu einem Gespräch einlud, um den verhärteten Konflikt zu analysieren. Aus dem Gespräch ging hervor, dass er mein Vorgehen an einigen Stellen kritisch findet. Ich habe aus dem Gespräch mitgenommen, dass meine Mail an Herrn Barthl zu konfrontativ gewesen ist und Herr Barthl keine Chance hatte, darauf adäquat zu antworten. Auch die Länge meines Offenen Brief wurde thematisiert und ich wurde darauf hingewiesen, dass auch ich dazu beitrage, dass der Konflikt nicht zu einer Auflösung kommen kann.

Ich habe diese Kritik dankend angenommen und mich entschlossen, am frühen Morgen des nächsten Tages einen Schritt auf Herrn Barthl zuzugehen und eine Mail mit dem Titel „Verständigung und Denkpausen“ verfasst. Darin habe ich versucht, einen „versöhnlichen“ Ton anzuschlagen, der es möglich machen sollte, wieder ins Gespräch zu kommen, ohne wieder in eine Vorwurfsspirale zu geraten.

Wichtig war mir, dass wir uns vor der GEV-Sitzung treffen, da ich schon befürchtete, dass wir zu keiner inhaltlichen Diskussion kommen würden. Leider empfand ich Herrn Barthls Rede in der GEV nicht besonders konstruktiv und von Verständigung war nicht sehr viel zu spüren, da er wiederholt nur von seiner Bestürzung und Verletzung gesprochen und nicht versucht hat, etwas aus der Dynamik des ganzen Konfliktes zu nehmen.

Auch eine allgemeine Entschuldigung konnte sich Herr Barthl für seine NPD-Werbemail nicht abringen. Vielmehr wurde er von vielen bestärkt und der stellvertretende Schulleiter Herr N. stellte sich vor uns hin und erklärte, wie eine kritische Mail zur NPD-Werbeaktion hätte klingen müssen, damit der Schulleiter darauf hätte antworten können.

Frau Zimmer hatte auf unsere Verständigung, dass wir das Thema vertagen werden, hingewiesen. Dennoch kam es in der GEV zu einer sehr einseitigen vorwurfsvollen Darstellung, die es mir schwer machte, auf meine Grundidee der Verständigung zurückzukommen. Mein Schritt nach vorn durch die E-Mail vom 9. März verpuffte in der gesamten Sitzung und konnte sich leider nicht entfalten.

Resümee

Vermutlich hat der Schulleiter, der keinen Konflikt selbst lösen kann, und seine ergebenen Sympathisanten noch nie so offenkundig und transparent gezeigt, wie systematisch und gezielt sie gegen Kritiker vorgehen und wie das Schulklima unter Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen vergiftet wird.

Leider fungieren die Schule und ihre willfährigen Opportunisten nicht gerade als gute Vorbilder für unsere Kinder, die die falschen Verhaltensweisen einstudiert und aufoktroyiert bekommen.

Aufrichtigkeit, Fairness, Ehrlichkeit und Zivilcourage verkümmern in einem solchen System, denn auf einem vergifteten Boden wächst keine gesunde Pflanze.

Es ist traurig und bitter, dass sich ein solches Gerüst in den vielen Jahren etablieren konnte und nicht schon längst einmal aufgedeckt wurde.

Darüber darf auch nicht hinwegtäuschen, dass viele angepasste Eltern, auf Begünstigung erpichte Elternvertreter*innen und besonders geförderte Lehrer*innen wahre Lobeshymnen anstimmen. In einem solchen System ist nun mal nichts anderes möglich als Zustimmung. Angst und Einschüchterung sind eben die ständigen Begleiter.

Die Gemeinschaftschule Grüner Campus Malchow täte gut daran, wenn sie bei ihrer Aussendarstellung etwas mehr Ehrlichkeit walten lassen würde. Man muss sich nicht als offen, dialogbereit, gleichberechtigt, kritikfähig und transparent bezeichnen, um eine gute Schule zu sein. Fatal ist, wenn man diese Erwartungen weckt und sie nicht erfüllt. Wie ich schon in meinem Offenen Brief vom 6. März 2016 formulierte:

Die richtige Selbsteinschätzung würde Schüler*innen und Eltern bei der Entscheidung für oder gegen einen Besuch des Grünen Campus Malchow sehr helfen.

Wir haben als Kinder am Sonntag immer die Freiheitsglocke in Berlin und die Ansprache Walter Francks gehört:

Ich glaube an die Unantastbarkeit und an die Würde jedes einzelnen Menschen. Ich glaube, dass allen Menschen von Gott das gleiche Recht auf Freiheit gegeben wurde. Ich verspreche, jedem Angriff auf die Freiheit und der Tyrannei Widerstand zu leisten, wo auch immer sie auftreten mögen.

Quelle: http://www.deutschlandradiokultur.de/die-freiheitsglocke.1234.de.html?dram:article_id=188964

 

Christian Mantey

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