Ihre Tätigkeit als Vorsitzende der Gesamtelternvertretung im vergangenen Schuljahr

E-Mail an die GEV-Vorsitzende Frau Zimmer
Berlin, 19. Juli 2016
Aktualisiert am 2. November 2016
s.a. Korrespondenz mit der GEV-Vertreterin Frau Zimmer


Sehr geehrte Frau Zimmer,

vielen Dank für Ihre „prompte“ Antwort vom 6. Juni 2016 auf meine Anfrage zur Urheberschaft des Protokolls der GEV-Versammlung vom 10. März 2016, die mich ebenso überrascht wie verwundert hat.

Nach nunmehr drei Monaten veröffentlichen Sie ein Dokument, das für eine Nachvollziehbarkeit der Ereignisse und Aussagen der GEV-Versammlung vom 10. März 2016 vollkommen unbrauchbar gemacht wurde, da es massive Mängel, eklatante Lücken und die bereits erwähnten Anonymisierungen,Falschbeurkundungen, Wertungen / Kommentierungen sowie Hervorhebungen enthält.

Mit Ihrer E-Mail vom 17. April 2016 (Einladung zur GEV-Sitzung am 19.04.2016) kündigten Sie „ein sehr ausführliches Protokoll“ an, das Sie gänzlich oder teilweise löschen wollten (s. Vorbereitung zur Protokollfälschung der GEV-Versammlung).

Obwohl Sie meine Nachfrage zur Urheberschaft des Protokolls in Ihrer E-Mail vom 6. Juni 2016 nicht direkt beantworten, müssen wir aus Ihrer Antwort schließen, dass Sie die Urheberin dieser Urkunde sind, da sich 1. der ausgewiesene Protokollant Herr Weinholz zur Urheberschaft bis heute nicht geäußert hat und 2. Sie, Frau Zimmer, zugeben, dass Sie Namen und inhaltliche Gestaltungen verändert und korrigiert haben. Ferner geben Sie zu, dass Sie das Dokument gekürzt haben.

Es wird ersichtlich, dass noch weitere Änderungen vorgenommen wurden, da dieses Dokument einen äußerst fragmentarischen Eindruck hinterlässt und die einzelnen Wortbeiträge vollkommen aus ihrem Zusammenhang gerissen wurden und auch den einzelnen Sprecher*innen nicht mehr zugeordnet werden können, da sie anonymisiert wurden.

Sie schreiben, dass Sie die Ausführlichkeit dieses Protokolls für inhaltlich schwierig hielten und lieber die Arbeitsgruppen und deren inhaltliche Arbeit in den Vordergrund weiterer Diskussionen in der GEV stellen wollten. Ich teilte Ihnen bereits in meiner E-Mail vom 24. April 2016 mit, dass Ihnen diese Form der Einflussnahme nicht zusteht.

Dass von Ihnen als vertraulich eingestufte und gekennzeichnete Protokoll der GEV-Versammlung wurde von Ihnen als Entwurf bezeichnet, das angeblich noch bestätigt und beschlossen werden muss. Ihnen ist bekannt, dass ein Protokoll wahrheitsgemäß und neutral die tatsächlichen Äußerungen und Geschehnisse darstellen muss. Die protokollierten Sachverhalte haben dem Gremium zur Verfügung gestellt zu werden.

Welches Verständnis von demokratischer Gremienarbeit liegt Ihrem Verhalten eigentlich zu Grunde?

Mittlerweile haben die Elternvertreter*innen in der GEV-Konferenz vom 10. Juni 2016 das Protokoll einstimmig bestätigt, obwohl den Anwesenden bekannt gewesen ist, dass dieses Protokoll massive Mängel aufgewiesen hat (vgl. E-Mail vom 6. Juni 2015: Auskunft zur Urheberschaft des Protokolls zur GEV-Versammlung vom 10. März 2016).

Sehr geehrte Frau Zimmer,

Ihre Arbeit als GEV-Vorsitzende durchzieht ein roter Faden, der mit einem höchst unfairen und undemokratischen Verhalten einhergeht.

Es begann mit Ihrer Wahl zur Gesamtelternvertreterin am Anfang dieses Schuljahres, bei der Sie sich durch den Schulleiter unrechtmäßig zur Wahl vorschlagen ließen, obwohl Sie zu diesem Zeitpunkt nicht einmal eine gewählte Elternvertreterin gewesen sind.

Gefolgt von Ihren höchst unfairen Amtshandlungen in den ersten Wochen dieses Schuljahres, u.a. durch das Zurückhalten der Ihnen zur Verfügung gestellten Kontaktlisten der Elternvertretung der Klasse 10b. Sie verhinderten damit u.a. wochenlang die Bekämpfung von Vandalismus auf den Schulhöfen des Grünen Campus Malchow. In  den letzten Monaten missbrauchten Sie Ihr Amt, um Protokolle zurückzuhalten und daran Fälschungen vorzunehmen, um die geduldeten und forcierten Mobbing- und Hetzkampagnen des Schulleiters und der Lehrerschaft zu decken.

Wenn ich davon ausgehen könnte, dass Sie eine vollkommen unerfahrene GEV-Vorsitzende wären, dann könnte ich Ihnen sicherlich die eine oder andere Verfehlung, die Sie sich in den letzten Monaten erlaubt haben, entschuldigen.

Wie ich aber jetzt erfahren habe, sind Sie weder in der schulischen noch in der politischen Arbeit unerfahren. Vielmehr verfügen Sie über langjährige Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit dem Schulleiter Herrn Barthl und als GEV-Vorsitzende an der Gemeinschaftsschule Grüner Campus Malchow sowie durch Ihre Tätigkeit als bezirksverordnete Politikerin in der BVV-Berlin-Lichtenberg im Jahre 2006 für die damalige Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS). Auch 2016 kandidierten Sie wieder für die Wahlen zur Bezirksverordnetenversammlung in Berlin-Lichtenberg für die Partei Die Linke.

Vor dem Hintergrund Ihrer Erfahrungen in politischer Arbeit ist Ihr Verhalten bezüglich der Auseinandersetzungen um die Parteienwerbung des Schulleiters T. Barthl höchst verwunderlich und entspricht wohl kaum dem Credo Ihrer Partei, die sich laut Ihres Programms für die Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit, die friedliche Lösung von Konflikten, die Demokratisierung der Gesellschaft, die Stärkung der individuellen Rechte, für Partizipationsmöglichkeiten und für eine unabhängige demokratische Kontrolle der staatlichen Sicherheitsorgane engagiert.

Ihnen hätte bei der Veröffentlichung des Protokolls bereits bei der Benennung der Themenüberschriften auffallen müssen, dass hier massiv verfälscht wird. Die Bezeichnung „Verständigung zur Warnung vom 27.02.2016 wegen geplanter Demonstration / Kundgebung am 29.02.2016“ ist vollkommen irreführend, da es nicht um eine Verständigung, sondern um die Kritik an die durch den Schulleiter per E-Mail versendete NPD-Parteienwerbung ging. Nicht die Warnung vor einer Demonstration war Gegenstand der Diskussion, sondern die Kritik an der Parteienwerbung des Schulleiters für die NPD. Dies war der einzige Kritikpunkt, der zu zahlreichen Protesten unter den 1300 Empfängern dieser Werbesendung geführt hat. Dieser berechtigte Kritikpunkt wird bereits in der Themenüberschrift ignoriert und die eigentliche Diskussion zu diesem Thema vollkommen falsch dargestellt.

Vor dem Hintergrund Ihrer vorgegebenen linken Überzeugungen verwundert diese irreführende Kennzeichnung ganz besonders und es irritiert mich, dass Ihnen die offene Darlegung der Tatsachen scheinbar auch aus politischen Gründen nicht am Herzen zu liegen scheint. Mein Offener Brief vom 6. März 2016 richtete sich genau gegen diese Ignoranz und Einseitigkeit der Solidarisierung mit dem Schulleiter.

Herr Barthl hatte in der GEV-Versammlung am 10. März 2016 von uns die Gelegenheit bekommen, zu seinem Fehlverhalten Stellung zu beziehen und sich zu entschuldigen. Dies tat er aber ausdrücklich nicht. Stattdessen rechtfertigte er und seine Kollegen diese NPD-Werbe-Mail auf die bereits mehrfach beschriebene Weise (s. Stellungnahme zur GEV vom 10. März 2016 und Offener Brief an die Schule Grüner Campus Malchow).

Sie fanden bei der GEV-Versammlung vom 10.03.2016 keine kritischen Worte zur Parteienwerbung des Schulleiters für die NPD. Auch in keinem anderen Zusammenhang haben Sie sich jemals öffentlich kritisch zu dieser NPD-Mail geäußert. Stattdessen haben Sie ein Beweismittel (Protokoll) fast drei Monate zurückgehalten und sich an Anonymisierungen, Falschbeurkundungen und Kürzungen beteiligt. Dass es bei dieser Urkunde um ein Beweismittel zur Aufklärung institutioneller Gewalt gegen einen schutzbefohlenen minderjährigen Schüler der Gemeinschaftsschule ging, der aufgrund einer geduldeten und forcierten Mobbing- und Hetzkampagne durch den Schulleiter, die Schule verlassen musste, teilte ich Ihnen bereits in meiner E-Mail vom 24. April 2016 mit:

Es kann auch nicht in Ihrem Interesse sein, hier Tatsachen zu verheimlichen oder zurückzuhalten, die im Zusammenhang einer Mobbing- und Ausgrenzungskampagne stehen. Ich muss Ihnen nicht ausführen, was die Duldung und Ausübung von Gewalt an Schutzbefohlene für Konsequenzen haben kann.

Von einer Ihrer Parteigenossinnen habe ich mittlerweile erfahren, dass Sie sich angeblich von der NPD-Mail des Schulleiters distanziert hätten. Leider haben Sie Ihre “Kritik” nur parteiintern geäußert, denn auch am 17. März 2016 bei dem Klärungsgespräch zur NPD-Werbemail fanden Sie nicht den Mut, dem Schulleiter öffentlich Ihre Meinung zu sagen.

Diese Doppelzüngigkeit ist bezeichnend für Ihr wiederholt unseriöses Verhalten, das eines gewählten Interessenvertreters nicht würdig ist!

Ich gehe auch davon aus, dass etwas mehr Ehrlichkeit und Solidarität unter den Elternvertreter*innen zu einem Einlenken des Schulleiters geführt hätte und allen Beteiligten dadurch einiger Ärger erspart geblieben wäre. Insbesondere hätten wir unserem Sohn nur zu gern die gezielten Mobbingattacken erspart, die ihn psychisch sehr mitgenommen haben! Dabei hätte eine einfache Klarstellung des Direktors verhindern können, dass sich unser Sohn vor aufgewiegelten Mitschülern dafür rechtfertigen sollte, warum denn sein Vater “den Herrn Barthl als NAZI bezeichnet hat!”.   

Sie erwarten von mir sicherlich nicht, dass ich Ihnen zu diesem gefälschten, anonymisierten, eklatant-lückenhaften, kommentierten und gekürzten Protokoll Änderungsvorschläge und Ergänzungen zusenden werde.

Da ich die unglaublichen Vorgänge des vergangenen Schuljahres am Grünen Campus Malchow einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen werde, wäre ich Ihnen für eine Stellungnahme sehr dankbar. Sollte ich von Ihnen allerdings bis zum 31. Juli keine Reaktion erhalten, gehe ich davon aus, dass Sie Ihrerseits auf eine Stellungnahme zu den von mir benannten Problemen verzichten. 

Mit freundlichen Grüßen

C. Mantey


Nachtrag vom 19. Juli 2016, 14.50 Uhr

Nachweis zur politischen Arbeit von Frau Zimmer in der Partei des Demokratischen Sozialismus

Sehr geehrte Frau Zimmer,
sehr geehrte Elternvertreter*innen,

mir wurde von einigen Eltern mitgeteilt, dass in meiner heutigen E-Mail „IHRE TÄTIGKEIT ALS VORSITZENDE DER GESAMTELTERNVERTRETUNG IM VERGANGENEN SCHULJAHR!“ der Nachweis fehlt, dass Frau Zimmer schon bereits seit 2006 politisch tätig sei. Mir wurde von einigen sogar vorgeworfen, ich behaupte, dass Frau Zimmer als bezirksverordnete Politikerin 2006 für die damalige Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) in der Bezirksverordnetenversammlung in Lichtenberg ein politisches Amt bekleidete.

Diesen Nachweis möchte ich Ihnen aber keinesfalls vorenthalten und verweise auf die politische Vita von Frau Zimmer auf der Internetseite der Partei Die Linke im Bezirk Lichtenberg:

 
AKTUALISIERUNG VOM 2. November 2016 – Die LINKE und/oder Frau Zimmer löschten die Seite und den Nachweis der politischen Vita von der Website. Nachfolgend finden Sie die Seite noch im WEbCache-Verzeichnis unter:

Mit freundlichen Grüßen

C. Mantey

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