Mail der Eltern untereinander – Stellungnahme zur NPD-Mail vom Schulleiter

Hallo U., hallo S.,

vielen Dank für eure Mail und eure Meinung.

Auch ich glaube nicht, dass Herr Barthl bewusst für die NPD Werbung machen wollte. Insofern hat er sich auch nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt.

Dennoch habe ich Herrn Barthl nach seiner Mail noch eine sehr deutliche und in seinen Augen sicherlich auch sehr provokante Mail geschrieben. Er hat daraufhin mit dem Rechtsamt gedroht. Dies ist natürlich sein gutes Recht und vielleicht ist es sogar gut, wenn wir alle gezwungen werden, miteinander zu reden, vielleicht auch mit Rechtsanwälten und Mediatoren.

Ich persönlich finde, dass Herr Barthl die Schule durch sein Verhalten wirklich schädigt. Dies mag euch vielleicht merkwürdig vorkommen. Aber er duldet an seiner Schule Dinge, die weder zu einem Grünen, Linken noch zu jemanden passen, der im „Bündnis gegen Rechts“ engagiert ist. Hier liegt auch ein Hauptkritikpunkt von mir an der Schule. Die Außenwirkung der Schule ist sehr, sehr gut. Und auch Herr Barthl kann mich beeindrucken. Leider finden an der Schule viele „krumme“ Sachen statt und diese Dinge werden von ihm geduldet oder ignoriert.

Beispiel GEV: Es gab z.B. schon ein ziemliches Tumult als der Schülervertreter von den gemeinsamen Aktionen mit den Willkommensschülern berichtet hat. Herr Barthl hat nur die Vorwürfe zurückgewiesen, dass Willkommensschüler irgendwelche kriminellen Dinge getan haben sollen. Aber hier hätte er auch zeigen können, dass er diese Schule als besonders flüchtlingsfreundlich sieht und solche Unterstellungen nicht duldet. Okay, ihr werdet sagen, wie mans macht, macht man es falsch. Nein.

In unserer Klasse ritzen sich Schülerinnen seit der 5. Klassenstufe. Sein Kommentar war, dies ist ein Phänomen des Bezirks und vergeht wieder. Dass wir von den Schwierigkeiten der anderen Schüler sprachen, fand da keine Erwähnung mehr.

Bei unserer Schlichtungskommission-Sitzung hatten wir auch über dieses merkwürdige Kontrollverfahren im Fach Ethik – Geografie und Kunst durch Mitschüler gesprochen. Schüler wurden dafür belohnt, dass sie Mitschüler anzeigten, wenn sie ihre Sachen und Hausaufgaben nicht dabei hatten. Wir haben uns damals an die Lehrerin gewandt und das Kontrollverfahren wurde ganz schnell eingestellt. OHNE Kommentar. Weiß Herr Barthl nicht was an seiner Schule passiert oder duldet er so etwas.

Wenn er es nicht weiß, ist es schlimm und wenn er es weiß und duldet, ist es noch schlimmer. Hier müsste er klare Statements an seine Kollegen geben, sonst machen die was sie wollen. Stasi- und Gerstapomethoden haben an dieser und an keiner anderen Schule etwas zu suchen. Ich könnte euch jetzt noch mehr Beispiele geben. Gut wäre, wenn Herr Barthl ansprechbar wäre. Ist er aber in meinen Augen nicht und das zeigt jetzt auch der Hinweis auf seine NPD-Mail.

Er weißt einfach jeden Vorwurf zurück. Nun wird er scheinbar aus allen Ecken beschossen. Von Herrn P. haben wir einen Offenen Brief erhalten und die Presse hat sich scheinbar auch eingeschaltet und so ganz selbstverständlich ist es dann doch nicht, wenn ein Schulleiter NPD-Mitgliederwerbung versendet.

Ich weiß nicht, aber auch das Thema Mobbing ist nur möglich, wenn es von den „Herrschenden“ geduldet wird. Insofern ist Öffentlichkeit und Transparenz jener wichtig, die diese Ausgrenzung aufdecken. Wir werden uns noch darüber unterhalten, wie wir eine neutrale Schlichtungskommission schaffen wollen.

Ich hoffe, dass ich euch meine Position einigermaßen erklären konnte und vielleicht habt ihr ja zu Herrn Barthl einen besseren Draht und erklärt ihm die Stimmungslage in der Schule so, dass er sich nicht davor verschließt.

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend und sende herzliche Grüße

C.

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